Drohnen-Gesetz: Checkliste zu Deinen Rechten und Pflichten

Drohnen-Gesetz

Du möchtest Dir vor dem Urlaub eine Drohne zulegen? Kann ich gut verstehen - die Qualität der Aufnahmen und auch der Spaß beim fliegen sind einfach über die letzten Jahre großartig geworden. Technisch ist die aktuelle Drohnen-Generation ausgereift und einsteigerfreundlich wie nie (mehr dazu in meinem Test hier). Was oft nicht so toll ist, ist die Frage nach dem was ich überhaupt mit meiner Drohne machen darf. Damit der Spaß nicht nach hinten losgeht, stelle ich Dir hier alle wichtigen Infos zum Thema Drohnen-Gesetz, Rechte und Pflichten als verantwortungsvoller Drohnen-Pilot zusammen!


                               

Drohnen – Alles Wichtige auf einen Blick

Der Kauf einer Drohne ist gar nicht mal so leicht. Es gibt ein großes Angebot an verschiedenen Drohnen in verschiedenen Preisklassen und die Drohne sollte auch an die persönlichen Ansprüche und Zwecke angepasst werden. Hinzu kommt noch die rechtliche Seite beim Fliegen der Drohne. Was darf ich? Was darf ich nicht? Darf ich einfach so überall mit meine Drohne fliegen? Wie sieht es mit Aufnahmen aus? Was sagt das Drohnen-Gesetz?

Fliegende Drohne über Wald, Drohnen-Gesetz

Drohnen Checkliste: Das musst Du beachten

Zu aller erst wollen wir alle rechtlichen Fragen klären und uns anschauen, worauf Du bei einem Drohnen-Flug achten musst. Sicherheit ist beim Drohnen-Flug extrem wichtig. Mit der folgenden Checkliste bist Du auf der sicheren Seite und kannst direkt mit Deiner Drohne starten und Spaß haben - you are now ready to take off.

Drohne auf Tisch mit Kamera, Filtern und Smartphones, Drohnen-Gesetz

1. Die Haftpflichtversicherung

Eine Haftpflichtversicherung für Deine Drohne ist in Deutschland Pflicht und gesetzlich vorgeschrieben. Dabei ist es egal, ob Du die Drohne privat oder gewerblich nutzt. Sollte Deine Drohne also im Einsatz abstürzen oder anderweitig einen technischen Defekt erleiden, sorgt die Haftpflichtversicherung für die Erstattung der Kosten, welche mitunter immens sein können (stell Dir z.B. vor, Deine Drohne fällt auf ein neues Auto!). Was bei einem Drohnen-Flug alles passieren kann sollte nicht unterschätzt werden. Die vereinbarte Versicherungssumme ist ausschlaggebend für die Höhe des Betrags, der im Schadensfall erstattet wird. Du kannst Deine Haftpflichtversicherung bei vielen Versicherungen selbst abschließen. Solltest Du allerdings mit dem Gedanken spielen eine Mitgliedschaft in einem Modellflug-Verband abzuschließen, erhältst Du damit automatisch auch eine Haftpflichtversicherung. Die Leistungen sind bei einer Mitgliedschaft meist nur beschränkt. Wen Du also einen umfangreichen Versicherungsschutz haben möchtest, solltest Du deine Haftpflichtversicherung unabhängig von einer Mitgliedschaft in einem Modellflug-Verband abschließen.


                                

2. Kennzeichnung der Drohne

Die Drohnen-Verordnung, welche innerhalb Deutschlands gilt, besagt, dass alle Drohnen mit einem Gewicht über 250 Gramm ein Kennzeichen benötigen. Dazu ist man verpflichtet. Für das Kennzeichen gelten folgende gesetzlichen Vorgaben:

Die Kennzeichnung der Drohne muss Namen und die komplette Anschrift des Eigentümers beinhalten. Die Kennzeichnung muss feuerfest sein und von außen lesbar sein. So kann im Falle einer Schädigung von Dritten genau festgestellt werden, wer der Verursacher war. Empfohlen wird vom Gesetzgeber eine gravierte Aluminiumplakette. Damit ist man rechtlich auf der sicheren Seite. 

Fliegende Drohne Schwarz vor unscharfem Hintergrund, Drohnen-Gesetz

3. Allgemein Rechtliche Aspekte

  • Nur dort fliegen, wo es erlaubt ist. Du darfst Deine Drohne nicht über den folgenden Arealen / Höhen fliegen
  • 100 Meter Höhe nicht überschreiten
  • Nicht über Wohngebieten fliegen
  • Dich Bundesfernstraßen, Bundeswasserstraßen oder Bahnanlagen nicht näher als 100 Meter nähern
  • Nicht in der Nähe von Kontrollzonen von Flugplätzen oder An- und Abflugbereichen fliegen
  • Man darf sich nicht näher als 100 Meter an Grundstücke der Verfassungsorgane des Bundes oder Länder sowie weiteren Behörden wie Bundes- und Landesbehörden,  diplomatische sowie konsularische Vertretungen sowie internationale Organisationen im Sinne des Völkerrechts nähern (Übersetzt: Bleibt einfach 100 Meter weit von sämtlichen öffentlichen Gebäuden entfernt, dann seid ihr auf der sicheren Seite) 
  • Nicht näher als 100 Meter an Industrieanlagen, Anlagen der Energieerzeugung, Justizvollzugsanstalten sowie Einrichtungen des Maßregelvollzugs (aka Knast). 
  • Nicht näher als 100 Meter an Menschenansammlungen, Einsatzorte von Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben sowie Unglücksorten, Katastrophengebieten oder mobilen Einrichtungen und Truppen der Bundeswehr nähern
  • Nur in Sichtweite fliegen: Prinzipiell darf mit Drohnen nur in Sichtweite geflogen werden. Die Drohne muss ohne weitere Hilfsmittel vom Boden aus zu sehen sein. Auch ein Kamerabild oder spezielle Monitore und VR-Brillen schließen diese Regel nicht aus. Die Drohne muss mit dem bloßen Auge erkennbar sein.
  • Eigentümer von Grundstücken fragen: Es sollte immer die Erlaubnis vom Grundstückseigentümer eingeholt werden, bevor man mit der Drohne fliegt. Wenn Euch das zu stressig ist, macht einen Bogen um private Grundstücke. 
  • Sperrzonen (z.B. Kasernen) sollten so gut es geht gemieden werden (auch ohne Drohne)


                                

Privatsphäre und Persönlichkeitsrechte

Die Privatsphäre als auch die Persönlichkeitsrechte sind unter allen Umständen zu beachten. Es darf niemand gefilmt werden, der es nicht möchte und es muss eine Erlaubnis eingeholt werden. Das gilt für alle Geräte mit einer Aufnahmefunktion, also auch Kameras, Smartphones usw. Sollte unbeabsichtigt doch mal eine fremde Person auf Eurem Videomaterial auftauchen, unbedingt unkenntlich machen (z.B. Gesicht schwärzen/pixeln), vor allem wenn das Video in irgendeiner Weise vervielfältigt oder veröffentlicht wird. 

Bitte haltet Euch unbedingt an die hier aufgeführten Rechte und Pflichten, denn nur so lässt sich eine immer stärkere Einschränkung und Regulierung seitens des Gesetzgebers für uns Drohnen-Piloten verhindern! Jeder Einzelne von uns, der sich an diese Rechte und Pflichten hält, sorgt dafür dass wir auch in Zukunft weiter unserem Hobby mit viel Spaß, Freude und Freiheit nachgehen können. Dafür vielen Dank an jeden einzelnen von Euch! Das gilt übrigens nicht nur für das Thema Drohnen...

Drohnen-Gesetz im Ausland 

Wenn Ihr Eure Drohne mit ins Ausland nehmt, prüft unbedingt vorher die dortigen Gesetzte und Einschränkungen! Während Ihr Euch im EU-Ausland meist auf ähnliche Gegebenheiten einstellen könnt, muss vor allem außerhalb der EU mit stärkeren Einschränkungen bis hin zu Verboten gerechnet werden. Da sich die Gesetzte ständig verändern können, prüft bitte jeweils kurzfristig vor Eurem Auslandsaufenthalt die Bestimmungen in Eurem Reiseland, und zwar am besten auf den offiziellen Seiten der jeweiligen Landesregierung.

Ein toller Beitrag und eine gute Übersicht findet Ihr auf der Seite Drohnen-Camp.de, welche zum Thema Drohnen generell sehr empfehlenswert ist. 


                      

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